Das dachte ich auch. Als ich aber ältere Fotos von meinen Bremsversuchen auf einem 4 -Plattenbremsenprüfstand angeschaut habe waren die Werte für die VA viel zu hoch.
Hier meine Bremsung mit 664 kg Fzggewicht.
Die gemessene Verzögerung lag hier also bei 0,93 g.
Für die Achslastverteilung ergibt sich also:
VA zu HA 72% / 28% bei der Bremsung.
Statisch lag sie mit mir als Fahrer bei
VA 300 kg und HA 364 kg sprich 45,2 / 54,8 .
Also eine enorme Verlagerung nach vorn.
Bei noch älteren Fotos bin ich dann auf meinen alten HPC gestoßen. Die Messung erfolgte hier auch auf einem 4 - Plattenbremsenprüfstand, aber noch vom Hersteller AREX.
Hier kommt man bei einem Fzggewicht von ca. 650 kg auf 1,27 g !!! Geht nicht ? Doch mit SEMIS auf den verzahnten Platten locker machbar.
Hier auch eine ähnliche Achslastverteilung.
68 % / 32 %
Hierzu muss aber gesagt werden, dass die HA bei scharfen Bremsungen beim HPC stark überbremste, deshalb auch die durchgeführte Messung.
Der 485 ist hier anscheinend konservativer in Richtung Sicherheit ausgelegt .
Zum Schluß habe ich das Ganze noch mathematisch nachgeprüft:
Bei einer angenommenen Bremsung mit 1g und einer geschätzten Schwerpunkthöhe von 50 cm ergeben sich dann folgende Werte:
Die VA wird bei 1g Verzögerung um 149 kp belastet und die HA um denselben Wert entlastet. Es ergibt sich eine Achslastverteilung von VA / HA 67,6 % / 32,4 %
Bei einer angenommenen Verzögerung von 1,2g würde die HA bereits um 189 kg entlastet, was dann zu VA / HA von 72 % / 28 % führt.
Bei vielen Motorrädern hat man übrigens schon bei weniger als 1g beim Beschleunigen oder Bremsen eine Verteilung von 0 % / 100 % bzw. 100 % / 0 %. Ist auch geil aber da ist der Schwerpunkt auch höher und der Radstand kürzer.
SOMIT muss die stärkere Verschmutzung der hinteren Felge einen anderen Grund haben. Bei meinem 485 sind übrigens die vorderen Felgen stärker verschmutzt.