Hey Niklas, meine Ambitionen waren ähnlich wie Deine, und ich hab leider “damals” mit Vernunft angefangen und es am Ende relativ teuer bezahlt, weil ich jede bekannte Schwachstelle nochmal neu gefunden, und dann neben Wegräumen der Probleme nach und nach einmal die volle Track-Eskalationsspirale durchlebt habe. Bremse geupdated, Motor gemacht, Trockensumpf nachgerüstet, Kühlsystem neu aufgebaut (Öl- und Wasser), ablesbare Temperatur- und Druck-Sensorik nachgerüstet, Käfig, Getriebe revidiert, dann final gegen Sadev getauscht mit verstärkter Antriebswelle und Verstärkungsstreben am Diff. Ich bin am Ende nicht unglücklich, weil ich sehr viel gelernt habe, und mittlerweile jede Schraube genau kenne, aber wirtschaftlich war es nicht - und mein Geld würde ich niemals wieder reinbekommen, sollte ich das Teil jemals veräußern wollen.
Carsten lag mir auch immer in den Ohren mit dem Zweit-Caterham, aber mein Auto ist doch mittlerweile so dicht dran an der eierlegenden Wollmilchsau wie man nur sein kann. Damit fahre ich morgens manchmal zur Arbeit und Anfang diesen Jahres im Mittelfeld des SMRC mit.
Würde ich mit dem Wissen das ich jetzt habe alles nochmal genauso machen? Nein, ich denke nicht. Aber es ist eine Typfrage - entweder kann man Leuten wie Carsten blind vertrauen, oder Du bist wie ich, und musst den Weg einmal selber gehen. Am Ende ist es eh nur etwas mehr oder weniger Zeit und Geld, bis man an seinem Traumauto ankommt. Nivhts ist in Stein gemeißelt, alles lässt sich ändern, upgraden. Nicht selten verändert sich ja auch die Definition des Traumautos. Für mich ist Landstrasse immer seltener geworden, weil es eben doch unterm Strich ein ziemlich unpraktisches Gefährt ist, so ein Caterham.
Sehr gut beschrieben Simon.
Die Zulassung unserer Straßenautos lassen wir aber mal außen vor…
Bei uns ist das Hobby und wir können schrauben, der Kollege eher nicht.
Wir haben einen Nagel im Kopf, Hobby darf Geld kosten, da spielt die Sinnfrage und Wirtschaftlichkeit eher keine Rolle.
Eindeutig Nein !!!
Ein Straßenauto aufrüsten und umbauen ist der teuerste Weg, gerade wenn man nicht selbst Schrauben kann.
Das teuerste Auto ist auf Dauer das Günstigste.
Das 6 Gang ist perfekt für den Track, aber Ersatzteile sind teuer und selten, bei viel Rennstreckenzeit müssen die gerne mal revidiert werden…
Annähernd perfekt ist der hier: S3 485R SADEV | Westermann GmbH Motorsport – official Partner of Caterham Cars & Cosworth
Durch die Umbauten ist er eben nicht billig, aber mit Sicherheit seinen Preis wert.
Na dann schau mal z.B. bei BMW, die Gewährleistung ausschließen, wenn:
In Zeiten von Youtube und Laptimern viel Spaß.
Zunächst einmal vielen Dank für den nochmaligen Input an euch beide - ich denke, ich weiß jetzt recht genau, was ich machen werde und auch noch, warum ich mir dabei bald blöd vorkommen werde
Die Sache ist vor allem, ich will zwar jetzt auf die Rennstrecke, aber hab auch keine Ahnung, wie oft ich dann tatsächlich dort sein werde - ich habs ja noch nie gemacht bisher. Deshalb fühlt es sich falsch an, sich jetzt schon zu 100% darauf festzulegen.
Zur Not kann ich den Cat ja auch noch verkaufen, wenn er wegen den von euch genannten Gründen nicht passt, und muss dann mit dem Verlust leben.
Glaube die ganz goldene Entscheidung kann man am Anfang gar nicht treffen und irgendwo werde ich definitiv Lehrgeld zahlen müssen.
Nur nochmal kurz zur Gewährleistung, weil ich da beruflich bisschen vorbelastet bin - es gibt da ja die vertragliche Variante (Garantie) und die gesetzliche (Mängelgewährleistungsrechte, im Verbraucherbereich mit der inzwischen einjährigen Beweislastumkehr hinsichtlich des Vorhandenseins des Mangels bei Übergabe).
Bei der Garantie kann man allen möglichen Kram ausschließen wie zB die Rennstreckennutzung (oder auch sämtliche Verschleißteile), aber bei der Mangelgewährleistung geht das in der Form nicht, insbesondere nicht, weil zum Nachteil des Verbrauchers abweichende Regelungen in aller Regel unwirksam sind, vgl. 476 und 477, 433 ff. BGB, wenn man sich da genauer einlesen will.
Gilt nur beim Kauf vom Händler, bei Privatkäufen kann das ausgeschlossen werden (und wird es in aller Regel auch).
Ich muss Carsten zustimmen, dein Kommentar ist wirklich sehr gut.
Im Endeffekt ist es so, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, was für ihn wichtig ist. Ein Caterham kann von einem reinen Spaßfahrzeug für die Straße bis hin zu einem reinrassigen Rennwagen alles sein (auch irgendwas dazwischen).
Da die Anforderungen auf der Rennstrecke aber ganz andere sind als auf der offenen Straße, gibt es keinen optimalen Caterham für beides. Entweder man hat dann zwei Caterham, die jeweils perfekt auf den jeweiligen Einsatz abgestimmt sind, oder aber man lebt mit einer Kompromisslösung, die sowohl auf Straße als auch Rennstrecke bewegt werden kann.
Eine Kompromisslösung die - wie der Seven von Simon - stark auf die Rennstrecke fokussiert ist, aber noch auf der Straße gefahren werden darf, ist allerdings so nicht direkt bei Caterham ab Werk käuflich zu erwerben, sondern es ist dann entweder ein Gebrauchtwagen mit bereits vollzogenen Umbauten oder aber man steckt selbst das Geld in diese Umbauten.
Da ich keine Werkstatt besitze kann ich Preise nur grob schätzen und will hier auch keine Zahlen nennen, aber wenn man die von Simon genannten Änderungen von einer Fachwerkstatt durchführen lässt, dann kann man sich dafür ohne Probleme einen reinen Rennwagen ohne Straßenzulassung kaufen und hat vermutlich sogar noch Geld für die ein oder andere Wartung übrig.
EDIT (da du ja gleichzeitig geantwortet hast):
Wie schon von Vorrednern beschrieben, kann es eine sehr gute Idee sein, sich an das Thema Caterham ranzutasten. Der Wertverlust speziell bei gebrauchten Caterham ist sehr gering, man kann dann auch nochmal wechseln (wie ich es auch getan habe). Speziell wenn du dir einen neuen 340R leisten kannst - der vermutlich irgendwo jenseits der 60.000 € liegt - könntest du hierfür ein gebrauchtes Fahrzeug mit der ein oder anderen Modifikation kaufen. Da findet man vermutlich was für 30 - 40k €.
Dann hast du in 1,2 oder 5 Jahren, wenn du exakt weißt, was du brauchst, die Möglichkeit entweder weitere Modifikationen vorzunehmen, zu verkaufen oder möglicherweise einen zweiten Caterham zu kaufen, ohne dass du wirklich mehr ausgegeben hättest, als für den neuen 340R.
Was sind denn bei reinen Rennwagen die Wartungs bzw. Revedierungsintervalle? Also duratec bzw. Rover.
Mit dem Preis hast du mir das ganze ja schon etwas schmackhaft gemacht. Dachte da ist man weit über 45k.
Was mich an den Performer z.B. stört ist einfach, dass es ein 1-Sitzer ist. Fährst da mit jemanden oder der Freundin weg, dann muss jemand immer am Straßenrand stehen und zuschauen
Ich wechsele hauptsächlich Flüssigkeiten, d.h. alle 3 Trackdays neues Motoröl + Filter, alle 2 Trackdays neues Getriebeöl (hat Carsten befohlen), 1x im Jahr Diff-Öl, alle 2 Trackdays sind neue Bremsbeläge hinten fällig, alle 2 Jahre neue Zündkerzen & Bremsflüssigkeit, ansonsten was eben akut anfällt.
Allein zB dieses Jahr:
Kotflügel vorn abgebrochen
Endtopf mittig gebrochen
Differential-Verschraubung gelockert und Gewinde dabei ausgeschlagen
Lima-Spanner Schraube abgebrochen und Restschraube steckt noch im Motor
Lima und Trockensumpf Riemen angerissen von Kiesbesuch
Ich bin grundsätzlich sehr aufmerksam und hoffe dass ich Probleme rechtzeitig sehe: Ölverbrauch, Öldruck und Kühlwasserstand, metallischer Abrieb im Motor, Getriebe oder Diff beim Ölwechsel, Diff-Vorspannung prüfe ich jährlich, jedem untypischen Geräusch gehe ich nach. Ich hab außerdem überall Temperaturaufkleber, um Ausreisser zu protokollieren und beim Zündkerzenwechsel schaue ich immer aufs Kerzenbild und leuchte einmal mit nem billigen usb Endoskop in die Brennräume. Wüsste gern, ob die Profis @carsten_drechsler da noch mehr machen.
Mir völlig egal, wenn Du Rennstrecke fährst, vergiss es !!!
Bei Kurt oder uns darfst Du das gar nicht erst versuchen…
Damit kommst Du vor Gericht nicht durch, weil der Einsatzzweck nicht mit alltäglichem Gebrauch vergleichbar ist, punkt.
Gebrauchte Fahrzeuge werden deshalb sehr oft nur in Vermittlung verkauft, das machen manche auch selbst bei reinen Straßenfahrzeugen nur so…
Wir machen grundsätzlich nach jeder Veranstaltung einen Racecheck:
Auto auf die Bühne, Nase runter. Bremsen auf Verscheiß checken und Sichtprüfung aller Achsteile auf Haarrisse, besonders vordere Wishbones und de Dion Rohr + A- Frame. Alle Achsgelenke und Radlager auf Spiel prüfen. Riemen checken und nach Beschädigungen schauen durch Aufsetzer Curbes und oder Ausritte.
Sperre per Hand prüfen auf der Bühne.
Kühlmittelstand prüfen, Motor warmlaufen lassen Ölstand und prüfen.
Gaszug prüfen.
Nach JEDEM Rennen Ölwechsel in Motor + Filter und Getriebe, um Späne frühzeitig zu erkennen.
Bei Trackdays alle 2 Veranstaltungen Ölwechsel in Motor + Filter und Getriebe.
Jährlich:
Ölwechsel in Diff und Bremsflüssigkeitswechsel.
Roller Barrels synchronisieren.
Kerzen nach Bedarf bzw. bei Motorrevision. Duratec öfter als Rover.
Liegt an der Sierra Bremse, die überhitzt, nehme an Du fährst schon Pagid?
Bei der Rennbremse hinten wechsel ich die vielleicht alle 2 Jahre…
Duratec 2.3/2.4 alle 25-30 Std Pleuellagertausch.
Duratec 2.0 alle 60 Std. Pleuellagertausch.
Dann auch Ventilspiel prüfen und ggf. einstellen.
Je nach dem wie die Pleuellager aussehen, Hauptlagertausch. min. bei 3 x Pleuellager.
Rover:
So lange fahren bis der Öldruck nachlässt, dann zerlegen.
Jährlich Ventilspiel prüfen und ggf. einstellen.
Keilriemen für Lima und Trockensumpf tauschen.
Endoskop + Kompression schauen wir je nach Bedarf, je nach Ölverbrauch…
Luftfilter reinigen ggf. ersetzen, je nach Bedarf.
Bei Straßenautos geht Caterham bei den neueren Modellen leider auch den Weg der “Lebensfüllung”, wie Großserienhersteller, die mittlerweile mehr als 95% verleasen…
Gerade beim BMW Diff mit Lamellensperre sollte man SPÄTESTENS alle 2 Jahre das Öl wechseln.
Die Lager sind empfindlich und der Abrieb ist schon zu sehen.
Das BMW Diff ist schwer bis gar nicht revidierbar !!!
Caterham 6-Gang lieber jährlich wechseln, um Schäden möglichst früh zu erkennen !!!
Eine Revision liegt mittlerweile bei gut und min. 4500€.
Mazda Getriebe alle 2 Jahre.
Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre.
Ölwechsel Motor jährlich.
Diese Intervalle empfehlen wir unseren Straßenkunden.
Rover Ölschwamm alle 2-max. 3 Jahre, je nach Laufleistung.
@Carsten_drechsler: Danke für die Aufzählung, ich denke dass außer mir da sicherlich noch andere ein besseres Bild davon bekommen haben, was regelmäßig zu tun ist
Ich sollte vllt an der Stelle sagen, dass ich selbst Richter bin und Gewährleistungsfälle bei Gebrauchtkauf immer mal wieder auf dem Tisch liegen habe. Das ist meine berufliche Vorschädigung
Dieses “in Vermittlung verkaufen” ist ein praktikabler Weg, die Gewährleistung zu vermeiden, wobei es da auf die Einzelheiten ankommt, inwieweit das geht oder ein unzulässiges Umgehungsgeschäft darstellt, das an der Gewährleistung nichts ändert.
Wenn ichs auf dem Tisch liegen hätte, wär jetzt auch nicht aufgrund von Rennstreckennutzung automatisch eine Gewährleistung nix mehr wert. ^^ Käme eher drauf an, was genau kaputt ist und ob man das auf Bedienungsfehler des Kunden und/oder erwartbaren Verschleiß zurückführen kann.
Caterham ist jetzt natürlich nicht Volkswagen & Co, mit riesigem Händlernetz und Anonymität der Masse. Falls du auf Schrauberhilfe angewiesen bist, würde ich mir persönlich genau überlegen, mit wem ich mich über was streite.